Tag 22 – 31.05.2018 – Negro Bill Canyon und ein bisschen Rumgestreune

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Es hieß Abschied nehmen vom Arches National Park. Ab heute würde es mich nicht mehr in den wunderbaren Park verschlagen. Aber, ich muss auch sagen dass es ok ist, denn in Anbetracht dessen wie voll der Park ist, kann ich ein wenig mehr Luft gut vertragen. 

Die Nacht war herrlich. Es war warm, so warm, dass ich kaum in meinem Schlafsack lag. Ich schlief bis ca. 8 Uhr und machte mich dann auf den Weg. Doch zunächst hieß es das Zelt abbauen und alles in den Wagen räumen. Mein Weg führte mich aber wie die letzten Morgenden auch wieder nach Moab hinein um meine Mails zu checken, besondern mit Hinblick auf den bevorstehenden Flug. 

Da ich heute dann erfuhr welchen Flug ich bekomme, war eigentlich alles in Butter. Von Las Vegas aus sollte es nach Denver gehen, direkt mit dem Anschlussflug nach Frankfurt. Zwar mit ein bisschen knapper Umstiegszeit, aber das sollte im Grunde gut ausgehen.

Mit einem frischen O-Saft bewaffnet ging es Richtung Norden auf die I-128 die sich entlang des Green Rivers Richtung Osten schlängelt. Mein Ziel war der Negro Bill Canyon (oder auch Grandstaff Canyon). 

Negro Bill Canyon Hike

Wow. Gegen mein Erwarten war es hier ganz schön voll. Zumindest was den Parkplatz anging. Ich konnte gerade den letzten freien Platz ergattern. Der Negro Bill Canyon, genauer gesagt bis zum Ziel, dem Morning Glory Arch, sind es insgesamt 3.5 Km (one way). Hin und zurück also 7 Km. 

Durch die Vorbereitung daheim und durch den Trip nach Moab im Jahr 2016 wusste ich dass es teilweise brutal heiß werden kann. Zumal ich nun Anfang Juni hier war, würde es sicherlich noch wärmer sein als damals Anfang Oktober. Entsprechend trug ich reichlich Sunblocker auf und packte mir reichlich Wasser und Obst für die Wanderung ein.  

Der Hike

Der erste Teil der Wanderung ist recht easy und es geht schön im Schatten zunächst in den Canyon hinein. Es ist ein sehr grüner Canyon der euch hier erwartet. Sehr viel Bäume, sehr viele Büsche und vor allem wunderbare Blumen im Frühjahr.

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Die ersten Meter im Negro Bill Canyon

Der Trail ist im Grunde sehr klar – man kann sich kaum verlaufen. Teilweise lief ich am Anfang ganz normal auf Gravel und Sand und teilweise ging es dann kurz auf Slickrock weiter. Ein wenig vorsichtig sollte man bzgl. der Vegetation sein. So schön grün es auch aussieht, der Negro Bill Canyon ist bekannt für seine Poison Ivy Pflanzen. Man erkennt sie, wenn man Fotos von ihnen gesehen. Wer arglos ist und durch das Gestrüpp querfeldein läuft, riskiert ordentliche Verbrennungen durch die Pflanze. Je nach Menge der berührten Blätter können die Schmerzen teils unerträglich sein.

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Negro Bill Canyon

Ich war behutsam und bewegte mich daher nur auf dem Trail. An 2 bis 3 Stellen war der Weg dann aber doch nicht so klar, da sich andere bereits weitere Trampelpfade gesucht hatten und ich nicht wusste ob ich jetzt bereits oder später den kleinen Fluss überqueren muss. Immer das gleiche mit den wild hikern.

Ich genoss die Szenerie – solche Canyons mit so viel Grün und plätscherndem Wasser liebe ich. Und doch machte es mir die Hitze ganz schön schwer. Nach rund 2.6 Kilometern machte sich leider mein Nacken bemerkbar und ich bekam Schmerzen. Der Schweiß rannte wie er wollte. Nach knapp 2 Kilometern ging es übrigens links in den Canyon hinein. Leider aber jetzt fast ohne Schatten. Das machte sich nun bemerkbar.

Negro Bill Canyon - eine willkommene Abkühlung am kleinen Fluss
Negro Bill Canyon – eine willkommene Abkühlung am kleinen Fluss

Nach exakt 1 Stunde 16 Minuten kam ich am Ziel, der großen Natural Bridge namens “Morning Glory Arch” an. Schon aus der Ferne konnte man die Kletterer auf dem Arch erkennen, der hoch ob auf Höhe der Canyon Kante liegt. Der Arch ist so groß und stabil, dass er gerne für Kletterer und Leute genutzt wird, die sich hier mal “abseilen” möchten.

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Morning Glory Arch

Leider stand die Sonne gerade derart ungünstig, dass ich kaum gescheite Fotos machen konnte. Da ich nach nur 3.5 Km doch schon ziemlich ausgelaugt war, machte ich rund 30 Minuten Pause und schaute den vielen Leuten zu. Erst danach machte ich mich auf den Rückweg, der sicherlich nicht angenehmer werden würde, da ich nun exakt gegen die Sonne laufen würde. Hier ein Beispiel der Poison Ivy, relativ nach am Arch. Sieht ja eigentlich harmlos aus, gell ?!

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Poison Ivy

Um 12.50 Uhr machte ich mich auf den Rückweg. Ich war heilfroh als ich den schattigen Teil des Canyons erreichte und mich im Fluss ein wenig abkühlen konnte. Erst um 14.20 Uhr kam ich am Parkplatz an. Der Wagen zeigte 34 Grad an. Mindestens so kam es mir auch vor. Die Getränke in meiner Kühlbox waren leider nicht mehr wirklich kalt. Eine Erfrischung war das nicht mehr…

Ein wenig Rumgestreune rund um Moab

Da ich nun nur noch wenig auf dem Plan für heute hatte, fuhr ich auf der I-128 ein wenig umher. Hinunter bis zu den Fisher Towers….ebenso zum Trailhead des Mary Jane Canyons und zum Castleton Tower.

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Castleton Tower

Doch für all das war es mir jetzt in der Mittagshitze viel zu heiß. Der Mary Jane Canyon wäre für 14.30 Uhr dann ein wenig zu spät mit insgesamt für insgesamt 14 Km (Round Trip). An den Fisher Towers glühte die Luft regelrecht. Alles nicht mehr das was ich jetzt noch wirklich machen wollte.

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Blick in die Ferne

Ich entschied mich zu meinem Campground zu fahren, etwas nördlich von Moab kurz vor der Abzweigung in den Canyonlands NP. Für den Archview RV Campground hatte ich diesmal entschieden weil für Moab direkt leider kein RV Park mehr frei war. 2016 hatte ich unglaublich gute Erfahrungen mit dem Moab RV & Resort gemacht – mega nettes Personal !!! – aber leider war hier nichts mehr zu kriegen im Vorfeld meiner Reise.

Ein kleiner Abendausflug

Zum Abend fuhr ich nochmals raus. Ich wollte auf die Kane Creek Road fahren und schauen was man hier noch so alles erkunden kann. Die Kane Creek / Kane Spring Road ist die gegenüberliegende Green River Flussseite. Wenn man zum Corona Arch fährt, sieht man die Straße auf der anderen Uferseite.

Ich fuhr hinunter bis zum Hunter Canyon. Dass die Straße irgendwann von Asphalt auf Steinbruch Gravel Road mündet wusste ich nicht. Solch eine miese Piste hatte ich auf dem Trip bisher (BISHER) nicht erlebt. Ständig rasten die OHV und ATVs an mir vorbei – denn auch dieses Gebiet wird hier gerne von den Offroad Rennfahrern genutzt. Ich hatte derweil wieder Schiss um mein Auto….

Am Hunter Canyon musste ich leider feststellen dass die Leute am dortigen Campground gerade massiv Mühe hatten ihr Zelt und ihre Sachen zu sichern, denn hier wehte ein übler sandiger Wind. Ich schaute mir am Trailhead kurz die Infotafel an und hatte nach nicht mal 1 Minute die halbe Kamera voll Sand. Ok … das mach ich definitiv nicht. Nicht nur wegen der Kamera – ich hatte auch keine Luft die Nacht nur auf Sand rum zu kauen.

Das sollte heut nicht mehr mein Tag werden. Letztes Ziel lag wieder ein Stück oberhalb der Gravel Road….ein Arch namens “Funnel Arch”. Dort wollte ich den Sonnenuntergang anschauen und Fotos machen. Den Wagen parkte ich auf dem großen Auslauf direkt vor der Anhöhe.

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…das Auto

Das erste Stück, keine 100 Meter ging es ein kleines Plateau hinauf. Das war noch einiger Maßen ok. Dann kam ein Drop Off den ich mich hochquälte. Doch leider schaffte ich es nicht ganz. Das ganze sah von unten nicht so steil aus – war es aber. Ich versuchte es mehrere Male.

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Teil 1 des Anstiegs
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Teil 2 ….hier war dann Schluss

Und doch war der Slickrock derzeit rutschig dass ich keinen vernünftigen Halt fand. Nachteil des Ganzen war, dass wenn ich abgeschmiert wäre, wohl dann nicht auf der Ebene direkt unter der Wand gelegen wäre, sondern womöglich einige Meter tiefer gelandet wäre. Solch einen Sturz wollte ich definitiv vermeiden. So ganz alleine war mir dieses Klettern hier nicht geheuer und ich entschied mich daher kein weiteres Risiko einzugehen….ich Mimose 🙂

Ich begab mich wieder zum Wagen und brach den Tag dann nun ab. Es war ok. Ich war auch ein wenig durch den Wind wegen der Hitze. Ich war den ganzen Nachmittag stets müde und fühlte mich unwohl. Die beste Entscheidung war es zum Campground zu fahren und den Abend ausklingen zu lassen.

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Blick in den Kane Spring Creek Canyon

Am Campground

Am Campground baute ich lediglich rasch mein Zelt auf während die Nudeln vor sich hin köchelten. Meine Campsite war leicht suboptimal gelegen. Die letzte, direkt am Zaun der zum Highway gewandt war, dazu noch das Leuchtschild von der Tankestelle. Es war also gut hell hier. Ich deckte die zur Straße liegende Seite des Zelts mit Handtüchern ab – so war es nachts einiger Maßen dunkel im Zelt.


Daten zu diesem Tag:

gefahrene MeilenDevils Garden Campground > Moab Negro Bill Canyon TH
Moab Negro Bill Canyon Trailhead > Fisher Towers
Fisher Towers > Mary Jane Canyon Trailhead
Mary Jane Canyon Trailhead > Castleton Tower Campground
Castleton Tower Campground > Arch View RV Campground
Arch View RV Campground > Hunters Canyon
Hunters Canyon > Funnel Arch Trailhead
Funnel Arch Trailhead > Arch View RV Campground


GESAMT:

23.8 Meilen (38,3 Km)
20.0 Meilen (32,18 Km)
6.9 Meilen (11,1 Km)
9.6 Meilen (15,4 Km)
29 Meilen (46,7 Km)
18.4 Meilen (29,6 Km)
1.4 Meilen (2,25 Km)
17.2 Meilen (27,68 Km)


126,3 Meilen (203,21 Km)
gelaufene MeilenNegro Bill Canyon to Morning Glory Arch
Diverse (u,A. Funnel Arch)

GESAMT:
4.26 Meilen (6,85 Km)
0.6 Meilen (0,96 Km)

4.86 Meilen (7,81 Km)

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