Tag 13 – 22.05.2018 – Steil hinauf zum Yellow Rock

Der letzte Tag in Paria steht heute an. Es geht zum Yellow Rock und danach ab in den Zion National Park. Nach der leichten Panik wegen dem kaputten Reifen gestern hatte ich heute nicht wirklich nochmal Nervenkitzel eingeplant. Und doch fuhr ich recht behutsam über die Cottonwood Canyon Road zum Trailhead

Ich war bereits sehr früh wach da ich noch meine Sachen packen musste. Das hieß also Zelt abbauen, alles vom feinen Sand befreien und mich zuvor unter die Dusche zu begeben. Nicht all zu spät waren dann auch Sabine und Nico an der Paria River Ranch. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg. 

Am Trailhead wartete nämlich bereits jemand auf uns. Die Kati, die ich bereits auf dem Weg nach Paria traf (an dem Tag wo ich mein Smartphone geschrottet hatte), hatte sich mit Sabine und Nico darauf geeinigt den Hike zusammen zu machen. Ihr Anlauf am 18.5. ging leider auf Grund von sehr großen dunklen Wolken schief – Kati kehrte um. Auf Grund der Erfahrungen gestern tuckerte ich wirklich behutsam und langsam über die vielen kleinen Steine auf der Cottonwood Canyon Road. Ich hatte die ganze Zeit wirklich ein ungutes Gefühl. Gut 3-4 Minuten nach den beiden kam ich am Trailhead an. Kati war bereits ihren Rucksack am packen, Sabine und Nico auch schon fast abmarschbereit.

Der Trailhead, besser gesagt der Parkplatz, befindet sich knapp 14.3 Meilen in Nordrichtung auf der Cottonwood Canyon Road. Diese erreicht man von der U.S.89 aus von Page oder Kanab kommend. Von Page sind knapp 28 Meilen, von Kanab satte 46,5 Meilen.

Yellow Rock – der Aufstieg

Wir machten uns auf in Richtung Aufstieg zum Yellow Rock, der weit oberhalb der Cottonwood Canyon Road liegt und nur von wenigen Stellen von der Straße aus zu sehen ist. Das erste Stück geht zunächst durch Buschwerk. Wir mussten uns durch recht dichte Äste und Sträucher kämpfen um zum Wash zu gelangen. Vom Wash aus geht es ein Stück weit bis an den Berg heran. Dieser Weg ist nicht wirklich weit von dem entfernt, den ich einige zuvor für die Wanderungen in den Lower Hackberry Canyon nahm. Auch dort musste ich mich ein wenig durch die Vegetation kämpfen.

Nach knapp 400 Metern standen wir vor dem ersten Anstieg. Eine sehr steile und nicht gerade vertrauenerweckende, rutschige Angelegenheit. Hach…was freute ich mich….not. Aber was will man machen ? Ich wollte da hoch. Hatte es bereits 2016 machen wollen, mir aber einen Nerv eingeklemmt und konnte kaum aufrecht gehen. Heute sollte der Yellow Rock dran glauben.

Es ging also direkt hinauf. Kati rannte schier vorne weg. Sabine im Stechschritt hinterher. Nico machte langsam und übertrieb es nicht. Und dennoch … ich war viele Meter weiter hinten dran. Ich pumpte wie eine Dampflok, musste ca. alle 15 Meter kurz Pause machen. Steigungen und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Not in this lifetime !

Nicht all zu lang und wir waren oben. Ja,… ich mit einiger Verspätung. Weder Kati noch Sabine lief nur ein einziger Schweißtropfen. Ich kam oben an und Sabine filmte gerade und fragte mich wie es mir ginge. Meine Antwort “ich bin am A….” ! Wer sich das anschauen möchte und sehen will wie sehr ich da zu kämpfen hatten und um Luft rang, kann dies hier tun. Lovelyshots Youtube Channel und das Video zum Yellow Rock (ab 03:55):

Yellow Rock - die erste Steigung war bewältigt
Yellow Rock – die erste Steigung war bewältigt

Wir sind oben….vorerst !

Gegen 10:20 Uhr waren wir also auf der ersten Anhöhe. Von hier hatten wir eine super Sicht auf den mächtigen Yellow Rock….und natürlich auch auf das was noch vor uns lag. Aber nachdem die ersten Strapazen hinter uns lagen ging es auch mir recht gut und ich konnte befreiter auf den Yellow Rock laufen.

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Der Yellow Rock aus der Ferne

Ein kleine Stück von ca. 500-600 Metern mussten wir noch überbrücken, dann standen wir am Fuße des Yellow Rock, der komplett aus Sandstone besteht. Die vielen gelben und orangen Farbtöne sind der absolute Wahnsinn. Aber schnell merkte ich dass Fotografieren hier oben nicht ganz so einfach ist. Die Farben kombiniert mit einem sehr blauen Himmel sind schon recht extrem. Wir zückten nun immer öfter die Kameras und schauten was wir alles interessantes finden.

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Immer weiter… Foto by Lovelyshots.de
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…und weiter….. Foto by Lovelyshots.de

Sabine und Kati verzogen sich ein wenig nach links, während Nico und ich uns dafür entschieden uns den besten Weg hinauf auf die Spitze des Berges zu suchen.

Der Weg auf die Spitze

Was nach einer “einfachen Route” aussah, entpuppte sich letztlich als reichlich anstrengend. Während Nico sich einfach darauf besinnte die steilste Steigung einfach gerade aus hinauf zu laufen, bemühte ich mich weiter rechts um einen Weg den ich locker und leicht in Serpentinen laufen konnte. Ich hatte es ja nicht eilig. Hier entdeckte ich einige tolle Linien im Fels – es machte Spaß diesen Linien entlang zu laufen und viele Fotos zu machen. 

Kati und Sabine hatten sich dann beeilt und waren zu mir auf meine Seite gekommen, wir kamen zusammen oben an. Es war ca. 11:20. Nico hatte sich bereits eine fürstliche Stelle gesucht um Fünfe gerade sein zu lassen und einen Snack zu sich zu nehmen.

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Nahaufnahme eines kleinen Cairn

Relaxing on the top

Wir ließen nun aber alle mächtige Fünfe gerade sein und machten eine ausgedehnte Pause mit späten Frühstück und Drinks (natürlich nur anti-alkoholisch 🙂 ). Nicht ganz eine Stunde ließen wir uns die Sonne auf den Pelz brennen und genossen den leichten Wind auf dem Yellow Rock. 

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Foto by Lovelyshots.de
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Eine Auszeit auf dem Yellow Rock ! Genial !

Die Aussicht hinunter in die Paria Box hinter dem Yellow Rock und nach vorne auf die Cottonwood Canyon Road war fantastisch. Und das beste: wir waren völlig allein. Weit und breit sahen wir niemanden. In der Ferne taten sich dunkle Wolken auf in Richtung Escalante. Doch all das war so weit entfernt dass wir uns kaum Sorgen machen mussten.

Nico holte noch die Drone heraus um einige Szenen aufzunehmen (die ihr auch in dem Video-Link oben sehen könnt). In der Höhe war es recht windig – ganz so easy waren die Flüge mit der Drone nicht. Aber Nico hat das prima gemeistert. Gegen 12:15 Uhr machten wir uns schließlich auf den Rückweg.

What goes up, must come down

Auf dem Weg hinunter vom Yellow Rock machten wir noch einige Fotos an den Stellen die ich auf dem Weg hinauf entdeckt hatte. Aber – und die waren noch viel besser, waren etliche Fotos die wir voneinander gemacht haben. Es entstanden wir einige tolle Fotos.

Simon Says...STOP !
Simon Says…STOP !
Yellow Rock - Stop ! Uhrenvergleich !
Yellow Rock – Stop ! Uhrenvergleich !

Ehe wir wieder an der Klippe standen die uns hinunter in den Cottonwood Wash führte, machten wir hier noch eine kurze Pause. Der Abstieg über das lose Geröll könnte nun ein wenig kniffliger werden. Wir machten uns behutsam auf den Weg hinunter.

Daumen hoch ?  Foto by Lovelyshots.de
Daumen hoch ? Foto by Lovelyshots.de
Auf dem Weg zurück - Foto by Lovelyshots.de
Auf dem Weg zurück – Foto by Lovelyshots.de
Bei der Arbeit ....
Bei der Arbeit ….

Wieder wie zuvor machten Kati und Sabine die Pace. Nico und ich ließen uns Zeit. Wir hielten jedoch auf jeden gehörigen Abstand falls doch jemand stürzen sollte und den Vordermann / die Vorderfrau mitreißen sollte. Aber eigentlich ging alles gut. Ich hätte es weitaus schlimmer vorgestellt …. oh…wait.

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Foto by Lovelyshots.de

Während Nico und ich ein wenig über den ab und zu “schweren und gefährlichen” beschriebenen Hike schmunzelten und Witze machten, kam das was passieren musste. Schadenfreude ist doch die beste, oder ? Kaum hatte ich gesagt “Naja ich hätte es mir schlimmer vorgestellt, das ging doch nun wirklich locker hinunter”…zack…. saß ich auf dem Hosenboden. Es tat nicht weh – ich rutschte lediglich mit den Schuhen weg und landete mittelsanft auf dem Hintern. Noch besser an der Szene war jedoch Nico’s Reaktion – ein herzhafter Lacher. Und wie der liebe Gott kleine Sünden gern bestraft, macht er das auch direkt ein zweites Mal. Mit dem Lacher machte Nico es mir unter fachmännischer Anleitung nach und wir lagen beide im Dreck. 

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Pure Comedy… und so lachten wir beide laut über dieses Missgeschick. So richtig konnten wir uns nicht mehr einkriegen und schmunzelten bis wir unten waren wo Kati und Sabine auf uns warteten. Die kleine Anekdote brachten auch die beiden dann genüsslich zum lachen. Schade dass Sabine DAS nicht gefilmt hatte ! 

An den Autos gabs erstmal eine kalte Cola und ein wenig Small-Talk. Wir verabschiedeten uns jedoch dann schon recht bald. Kati zog es wieder nach Escalante wo ihr Zelt stand, Sabine und Nico hatten noch eine weitere Nacht in Kanab gebucht. 

Der Zion wartet !

Direkt vom Yellow Rock ging es in Richtung Zion Nationalpark. Mein Zuhause für die nächsten 3 Tage. Die nervigen 40 Meilen von Paria bis Kanab mal wieder …wie sehr ich sie hasse. Geplant hatte ich für heute nichts mehr. Daher ging ich in Kanab auch nochmals rasch in den Supermarkt um mich ein wenig einzudecken. 

Die Fahrt in den Zion machte wie immer Spaß. Zumindest ab ca. dem East Entrance. Davor ist die Strecke nicht all zu spannend. Aber es ist jedes Mal ‘A Sort Of Homecoming’. Aber schon auf den Engen Straßen entlang des Mt. Carmel Highway sah ich was die drei Tage Zion für uns bereit halten werden – massiv viele Leute ! Ich brauchte mehr als eine Stunde vom East Entrance Häuschen bis hinunter zur Canyon Junction Bridge…eine Strecke für die man normaler Weise 25 Minuten benötigt. 

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Welcome to Zion NP

Nächtigen würde ich für die nächsten drei Tage auf dem Watchman Campground, was mich richtig happy machte. Gegen 17:15 Uhr kam ich am Campground an und begab mich direkt zu meiner Campsite um mein Zelt aufzubauen. Für heute wollte ich keine großen Touren mehr machen, eigentlich noch nicht einmal eine kurze. Ich war faul ! 

Für ca. 18 Uhr kochte ich mein Abendessen und ließ es mir schmecken. Ein wenig später fuhr ich in Richtung Springdale – einfach ein wenig Bummeln. Letztlich versackte ich bei einem Bier in der Zion Brewery und schaute ein wenig Sport auf den dortigen Fernsehern. Um 21 Uhr war dann Schluss für heute und ich fuhr zum Campground. 

Sternenhimmel über dem Watchman

Doch ganz so schnell war doch nicht Schluss, denn auf dem Campground, wo es ziemlich dunkel ist und keine Laternen stören konnte man wunderbar die Sterne sehen, auch wenn heute nahezu Vollmond war und der im Grunde genauso hell war wie Laternen. 

Watchman Campground bei Nacht
Watchman Campground bei Nacht

Ich holte die Kamera raus und versuchte einige Fotos zu machen. Die Gruppe am Lagerfeuer bot sich da regelrecht an und ich brachte sie mit in die Bilder ein. Nachdem ich dann etliche Fotos im Kasten hatte saß ich noch sicherlich über eine Stunde in meinem Campingstuhl und verputzte Nachos mit Dip. 
Die Mütigkeit hatte mich aber doch schon eine Weile zuvor erwischt, ich verzog mich daher gegen halb 11 ins mein Zelt.

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Sterne und Campgrounds. Wird anscheinend mein Fabel 🙂

 

 


Die Daten zu diesem Tag

gefahrene MeilenParia River Ranch > Yellow Rock Trailhead
Yellow Rock Trailhead > Zion NP Watchman Campground

GESAMT:

18.1 Meilen (29,2 Km)
102 Meilen (164 Km)

120.1 Meilen (193,2 Km)
gelaufene MeilenYellow Rock (ungenau da querbeet gelaufen)

GESAMT:
3.1 Meilen (5 Km)

3.1 Meilen (5 Km)

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