Tag 12 – 21.05.2018 – Buckskin Gulch ? Oder doch lieber Nervenkitzel ?!

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Heute war ein Tag ohne Sabine und Nico angesagt. Die beiden wollten nicht mit zum Buckskin Gulch auf Grund des Regens gestern. Der Buckskin ist bei solchem Wetter eher nicht so prickelnd da viel Schlamm und Wasser im Canyon steht. So recht wusste ich auch nicht was es heute denn werden soll. Daher gönnte ich mir heute eine längere Mütze Schlaf und stand erst recht spät auf – die Sonne weckte mich dann endgültig als es immer heißer im Zelt wurde.

Es wird heute ein bisschen mehr Text und weniger Fotos – warum seht ihr weiter unten 🙂

Von Paria zum Wire Pass Trailhead

Nach einer angenehmen Dusche und einem kurzen Frühstück mit Toastbrot und Bohnen machte ich mich auf zum Wire Pass Trailhead, dort wo wir gestern zur Wave gestartet sind. Das Wetter war wieder herrlich – die Sonne brannte bereits am Vormittag vom Himmel, kaum Wölkchen am Himmel waren zu sehen. Ich wollte den Buckskin Gulch nun doch angehen.

Meine Beziehung zum Buckskin Gulch

Bereits zwei Versuche tat ich um ihn endlich zu sehen. 2016 immerhin lief ich von einer andere Stelle hinein. Der White House Trailhead in der Nähe der Paria Ranger Station ist eine der anderen Möglichkeiten in den Buckskin Gulch zu gelangen. Jedoch musste ich hierfür lange Zeit in einem eher langweiligen großen Wash laufen. Da ich damals recht spät los gelaufen bin kam ich leider nicht an der Confluence, der Kreuzung in dem sich der Paria River und der Buckskin treffen, an. Ich musste damals früher umkehren da bereits vor 19 Uhr Sonnenuntergang war.

2017 kam ich immerhin bis zum Anfang des Buckskin Felswände. Dort war dann leider Schluss da ein sehr tiefer Tümpel mit stinkigem Wasser vor mir lag. Bericht 2017: Klick

Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen. Ja – ok – vielleicht war ich 2017 ein wenig zimperlich. Das wollte ich dieses Mal nicht sein. Ich fuhr also die 13 Meilen die House Rock Valley Road hinunter zum Wire Pass Parkplatz. Als ich dort ankam waren kaum Parkplätze frei. Ich musste auf die Ausweichfläche fahren um zu parken.

I need a dollar….

Ich sah einen Mann der gerade an seinem großen Jeep seine Hose und Schuhe säuberte. Alles war voll braunem Schlamm – die Schuhe hatten einen regelrechten Überzug. Ich kramte in meinem Geldbeutel nach den 7 Dollar Parkgebühr. Oh Mist ! Ich hatte nur noch 4 Dollar klein und ansonsten nur noch 20 Dollar Scheine. So ein Käse. Ich lief hinüber zu dem Mann um ihn zu fragen ob er mir Geld wechseln könne.

Ich denke es ist eine Reaktion die die meisten so bestätigen können. Die wenigsten Leute sagen doch sofort “oh ja, natürlich – was brauchst du !?”. So auch Michael. Er verneinte und meinte ich soll vielleicht jemanden anderen fragen. Tsja – nur war niemand anderes gerade am Parkplatz. Ich fragte Michael wie der Trail derzeit ist…tiefe des Wassers etc.

Nun, eigentlich konnte ich mir die Frage anhand seiner Schuhe ja selbst beantworten. Noch war ich gewillt die Wanderung zu machen. Als er dann aber erzählte wo er überall durch musste und wie matschig es war verschwand meine Motivation rasch. Michael war nur rund 4 Km “drin”, was aber vom Parkplatz aus heißt dass er nur rund 1.5 Km weit in den Buckskin Gulch vordrang. An einem Drop-Off kehrte er um. Ich wägte rasch ab und entschied mich dann doch gegen den Hike. Ich dankte ihm und verabschiedete mich.

Im Auto ging dann die Überlegerei los was ich denn nun heute machen könnte. Schnell kam mir die Idee mit den Toadstool Hoodoos (die ich 2017 bereits besuchte) und die Whaweep Hoodoos. Ich startete den Wagen und machte mich auf den Weg raus auf den Hwy89.

Unverhofft kommt oft

Ich war gerade dabei an einer kalten Cola zu nuckeln als ich ein komisches Ruckeln am Auto spürte. Ich war nur wenige hundert Meter vom Parkplatz des Wire Pass entfernt. Die Piste war eh ziemlich ruppig ich dachte mir für den kurzen Moment nichts dabei.

Plötzlich wurde das Ruckeln schlagartig schlimmer und plötzlich ein greller Signal-Ton. Mein Blick ging auf das Display.

OH VERDAMMT !

Tag12 - IMG_20180521_123006.jpg
OH VERDAMMT !

Die Anzeige meldete dass in meinem hinteren linken Reifen nur noch 30 psi Druck waren. 40 psi wären normal. Von 30 ging die Anzeige schnell runter auf 25, 20,….16. Ich stand bereits einige Sekunden und stieg aus. Tatsächlich. Mein erster kaputter Reifen in 4 großen Reisen im Südwesten. Für einen Moment wusste ich nicht ob ich Fluchen oder Hyperventilieren sollte. Ich entschied mich fürs Fluchen unterbrochen von Schnappatmung. 13 Meilen weit draußen lag ich nun da wie ein gestrandeter Wal.

Ich schaute ob ich das Loch im Reisen lokalisieren kann – nichts zu sehen. Ein Blow Out war es wohl eher nicht, da es am Parkplatz noch ging. Fraglich war, ob ich es mir auf dem Hinweg kurz vor dem Parkplatz, auf dem Parkplatz oder beim Verlassen des Parkplatzes eingefangen habe.

Hinter der nächsten Kurve hin zum Parkplatz sah ich Staub aufwirbeln. Es war Michael. Er sah wie ich neben dem Wagen stand und hielt an. Er fragte was los sei.

Mein Retter in der Not

Michael schaute sich den Reifen an, konnte aber auch nichts erkennen. Ich schaute derweil im Kofferraum nach Ersatzrad, Wagenheber und….. egal. Weder das eine, noch das andere war im Auto vorhanden. Ich bin am Arsch !

Ich ging an sein Auto, holte einen kleinen Wagenheber und ein Flick-Set aus dem Kofferraum. Das was ich in meinem Wagen nun erwartet hätte. Immerhin hatte ich aber eine elektrische Pumpe dabei Diese konnte ich an die Autobatterie anschließen und den Reifen elektrisch aufpumpen.

Zunächst schmiss sich Michael aber für mich in den Dreck und bockte den Wagen ein Paar Zentimeter nach oben damit er am Reifen die Stelle ausfindig machen konnte. Reifenwechsel wäre ok gewesen, Reparatur dagegen hätte ich nicht hinbekommen. Ich stand völlig ahnungslos neben ihm und schaute zu. Er bat mich den Reifen einmal mit der elektrischen Notpumpe aufzublasen – dann müsste man erkennen können wo Luft austritt (man kennt es vom Fahrradreifen im Eimer mit Wasser).

Und tatsächlich – es war eine kleine Stelle direkt im Profil des Reifens. Michael nahm das Fix-Set und schob eine Art Kautschuk-Masse in das Loch. Man hörte aber immer noch dass ein wenig Luft auswich. Wir pumpten den Reifer erneut auf – er verlor immer noch Luft. Michael meinte aber dass dies ginge wenn ich langsam und direkt zur nächsten Werkstatt fahren würde. Da diese aber rund 50 Meilen weit weg ist war mir das nicht geheuer. Ich bat ihn noch ein wenig mehr das Loch zu bearbeiten so dass zumindest keine austretende Luft zu hören ist. Gesagt getan.

Der Reifen schien nun zu halten. Michael erklärte mir nun noch wie ich hier fahren müsste und meinte dass er mal einige Meter hinter mir bleiben würde falls der Druck doch noch einmal abfallen würde. 13 Meilen mit maximal 15 Meilen pro Stunde ging es nun über die ruppige House Rock Valley Road.

Es ging gut. Kurz vor dem Hwy89 stieg ich nochmals aus und schaute mir den Reifen an. Es scheint zu halten. Ich bedankte mich mit einer Umarmung bei meinem Retter Michael. Ohne ihn wäre ich da wohl lange auf der Dirt Road gestanden ohne dass mir jemand hätte helfen können. Die anderen Wagen sahen nämlich nicht so aus als wären sie mit allem nötigen ausgerüstet (viele Mietwagen).

Auf zur Werkstatt nach Page

Nur wohin ? Handyempfang hatte ich keinen, ich musste also irgendwo ein Telefon finden. Mir kam die Idee zur nahe gelegenen Ranger Station zu fahren. Ich fragte ob ich kurz mit Alamo telefonieren dürfte.

Mir wurde dann gesagt es wäre egal wo ich einen neuen Reifen bekomme, wichtig ist dass ich eine Rechnung bei Alamo abgebe um mein Geld zurück zu bekommen. Von der Ranger Station aus war Page das günstigste, zumal der dortige Walmart Superstore einen Autoservice hat. Ich machte mich also auf den Weg.

Beim Walmart angekommen erklärte ich dem freundlichen älteren Mann mein Problem. Er sagte “kein Problem, ich suche passende Reifen raus”. Mit insgesamt 5 Reifen zur Auswahl (mir war das ja egal) entschied ich mich für einen. Dass ich dann aber knapp 3 Stunden warten musste bis mein Auto fertig war, hätte ich auch nicht gedacht. Die Herrschaften hatten viel zu tun an diesem Tag. Ich nutzte die Zeit um ein wenig einzukaufen.

130 Dollar und 3 Stunden später war ich wieder erleichtert. Der Wagen rollte wieder und ich hatte hunger. Beim örtliche Burgerrestaurant mit dem großen gelben M (direkt neben Walmart) holte ich mir mein verspätetes Mittagessen. Es war bereits kurz vor 16 Uhr. Ein wenig Zeit zum totschlagen hatte ich noch – der Tag an sich war natürlich verkorkst.

Studhorse Point oder was ?

Ich entschied mich den Studhorse Point anzufahren. Ein schöner Fotospot etwas westlich von Page. Ich mache es an der Stelle kurz.

Ich kam nicht weit. Vom Hwy89 bog ich ab, fuhr eine Dirt Road entlang und musste dann recht schnell stoppen da ich nicht auf eine große Felsplatte hinauf kam. Ich lief dann einige Zeit weiter um zu schauen wo der Studhorse Point ist. Nach einer Stunde Tiefsand gab ich auf.

Ich hatte aber auch die falsche Abzweigung auf dem Hwy89 genommen. Ich hätte eine Abzweigung früher nehmen müssen. Tsja – dumm gelaufen. Das merkte ich aber erst abends am Zelt als ich nochmals genau nachschaute. Meine Navi App versuchte mich ja dann dennoch über die falsche Route zu führen – die App hat also nichts falsch gemacht.

Einige schöne Bilder von einem alten Cattle konnte ich aber noch mitbringen. Durch die dunklen Wolken am Himmel und die grau-gelbliche Färbung der Felsen und des Sand kam eine schöne Stimmung zustande.

Aber es war wie verhext heute. Ein Tag zum vergessen der aber definitiv in Erinnerung bleibt. Den Abend ließ ich dann am Zelt mit reichlich Essen und ein Paar Bierchen ausklingen.

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gefahrene MeilenParia River Ranch > Wire Pass Trailhead
Wire Pass Trailhead > Page
Page > Studhorse Point
Studhorse Point > Paria River Ranch

GESAMT:

12.9 Meilen (20,7 Km)
44.2 Meilen (71,1 Km)
12.1 Meilen (19,5 Km)
22.2 Meilen (35,7 Km)

91.4 Meilen (147,1 Km)
gelaufene MeilenDiverse

GESAMT:
1.2 Meilen (2 Km)

1.2 Meilen (2 Km)

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