Tag 9 – 18.05.2018 – Über die Cottonwood Canyon Road nach Paria

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Die Nacht auf dem Campground war bisher die stürmigste gewesen. Das Zelt wackelte die ganze Nacht und an durchgängigen Schlaf war kaum zu denken. Entsprechend gerädert wachte ich heute Morgen auf und machte mich ein wenig frisch ehe ich anfing das Zelt abzubauen. Durch den starken Wind war alles voller Sand – in den feinen Netzen des Zeltes hatte sich feiner Sand festgesetzt – na wunderbar ! Heute hatte ich vor von Escalante nach Paria zu fahren, da wir die nächsten 4 Tage dort verbringen wollten. Gegen 08:30 Uhr brach ich in Escalante auf und begab mich auf den Weg.

Von Escalante auf die Cottonwood Canyon Road

Die zwar nicht unbedingt schnellste, aber von der zu fahrenden Meilen kürzeste Strecke und Verbindungsstück nach Paria ist die schöne Dirt Road des Cottonwood Canyon, die Cottonwood Canyon Road. Von Escalante ging es westwärts für 44 Meilen bis in das Städchen Cannonville. Von hier aus ist es nur noch einen Katzensprung in den Bryce Canyon, Cannonville ist dabei die weitaus preiswertere Alternative was Unterkünfte angeht wenn man den Bryce Canyon National Park besuchen möchte.

Nach den 44 Meilen geht es linker Hand weiter auf die Kodachrome Road, die bis zum gleichnamigen Kodachrome Basin State Park führt und dann auf die Cottonwood Canyon Road. Diese ist zunächst asphaltiert, wechselt dann aber kurzer Hand nach der Abzweigung zum State Park auf Dirt. Auf dem asphaltierten Teilstück musste ich ein Paar Mal anhalten und Fotos von der Landschaft und den kleinen Farmen machen.

Farm in der Nähe von Cannonville
Farm in der Nähe von Cannonville

Auf der Fahrt bis hier hin wurde ich 2 Mal von Sabine und Nico überholt, das erste Mal direkt nach der Ortsausfahrt von Escalante und das nächste Mal als ich hier Fotos machte. Die beiden wollten heute nur die CCR hinunter zu düsen um anschließend nach Page zum Alstom Point oberhalb des Lake Powells zu fahren. Aber kurze Zeit später sah ich die beiden dann auch am Straßenrand stehen und Fotos bzw. Videos machen. 2016 war ich bereits auf der ‘CCR’ unterwegs. Diese tolle Dirt Road die ein gehöriges Abkürzungspotenzial besitzt wenn man von Paria nach Escalante (oder umgekehrt) gelangen möchte, ist wahrlich eine Pracht. Zwar bewegt man sich auf den ersten Meilen auf eher langweiligem Terrain, dies ändert sich aber relativ schnell richtig schön wird. Einer der besten Teile der Strecke ist wohl der Abschnitt vor und nach den Parkplätzen rund um die Cottonwood Narrows welche den Namen ‘Coxcomb’ trägt. Der Anblick ist immer wieder ein Traum. Aber… ich bin mir nicht sicher ob die CCR nun meine lieblings Dirt Road ist. Es gibt starke Konkurrenz !

Cottonwood Canyon Road - Coxcomb
Cottonwood Canyon Road – Coxcomb

Ein Hike in den Cottonwood Narrows

Genau zu diesen Narrows in der Coxcomb zog es mich, vorbei am Grosvenor Arch, der mich 2016 kein bisschen aus den Socken gehauen hat. Ich fuhr direkt zum südlichen Eingang da ich 2016 am nördlichen leider kein Glück hatte – der dortige Drop off war mir eine Ecke zu hoch. Vom kleinen Parkplatz aus geht es hinunter in den sehr sandigen Wash. Die Temperaturen waren wie schon an den vergangenen Tagen recht hoch für die Uhrzeit – aber ich wollte mir die Narrows anschauen ohne wenn und aber. Nach ein Paar hundert Metern erfolgt ein großes Hindernis, ein riesiger Rockfall. Dieser lässt sich aber mit ein wenig Mühe gut überwinden. Bis ich den Weg über die Felsen gefunden hatte vergingen einige Minuten. Eine Gruppe von Hikern kam mir kurz hinter dem Rockfall entgegen, wir hielten einen kurzen Plausch und ich wurde um ein Foto der ganzen Gruppe gebeten – na gern doch !

Cottonwood Canyon Road - Narrows
Cottonwood Canyon Road – Narrows

Für knapp 1.7 Km lief ich in den Cottonwood Narrows in der prallen Sonne ehe es mir dann irgendwie zu langweilig wurde. Nicht falsch verstehen – die Narrows sind ein schöner kurzer Hike den man wirklich schnell mal in einer Tour auf der Cottonwood Canyon Road einschieben kann. Aber wer glaubt er findet etwas wie z.B. die Zion Narrows, der wird hier eher ein wenig enttäuscht. Nichts desto trotz sind die Cottonwood Narrows ein Hike wert. In der prallen Sonne jedoch sind die rein aus fotografischer Sicht eher nicht so der Bringer. Hier wären die Morgen oder Abendstunden mit anderer Lichtsituation wohl die bessere Wahl.

Nach einem Blick auf mein Handy und dem Track in meiner App entschloss ich mich umzukehren – ein Pärchen dass meinen Weg kurz vorher kreuzte sagte dass es ohnehin nicht wirklich eng wird. Ich beschloss umzukehren.

Das große Unglück

Ca. 1.3 Km später, und ich lief nun gegen die Sonne, kam ich wieder im Schatten an den hohen Felswänden am Eingang der Narrows an und stand wieder vor dem Rockfall. Mit dem kleinen Rucksack auf dem Buckel, das Stativ in der einen Hand, die andere Hand frei zum klettern ging es los. Der sehr feine Sand macht das “bouldern” recht knifflig da man immer wieder tief einsinkt. Und dann sollte das passieren, was mir tagelang die Laune – zunächst massiv, danach mit einem Schulterzucken resignierend – verhagelte. Ich klettere über einen großen Felsen und komme auf der anderen Seite hinunter – mache den nächsten Schritt. Ich sacke sofort tief mit dem linken Bein ein, verliere mein Gleichgewicht – konnte mich natürlich nur mit einer Hand halten da in der anderen Hand das Stativ war (was ich hier übrigens überhaupt nicht brauchte)… und setzte mich rückwärts direkt auf den großen Felsen hinter mir.

Soweit so gut. Nichts passiert, ich habe mir nicht weh getan. Aber ich hatte dummer Weise mein Handy nicht mehr zurück in den Rucksack gepackt, sondern es in meine hinter rechte Hosentasche gesteckt. Kaum saß ich auf dem Felsen kam mir sofort der Gedanke “verdammt, mein Handy”. Ich griff in die Hosentasche und hatte sofort einen Splitter im Finger 🙁 Das hatte das Display meines Handys nicht überlebt. Ganz dumm: die Rückseite ist auch aus Glas, sie war jedoch völlig heil geblieben. Oh, was war ich angefressen.

Ich lief zähneknirschend zum Auto. Mir kam ein älterer Herr entgegen der mich ansprach. Er war in Sandalen unterwegs und wollte in die Narrows – ich riet ihm davon ab mit dem Schuhwerk. Wir kamen auf den paar hundert Metern zum Auto ins Gespräch. Am Parkplatz wartete sein Frau – wir unterhielten uns noch eine Weile.

Überraschung auf der Cottonwood Canyon Road

Abgelenkt von der Unterhaltung nahm ich zwar etwas im Augenwinkel wahr, realisierte es aber erst als sie vor mir stand – die liebe Kati. Meine Rettung was meinen Koffer 2017 anging. Sie war vor wenigen Tagen angekommen und war jetzt, wo wir auf dem Weg nach Kanab war, in Escalante. Für den heutigen Tag wollte sie noch auf den Yellow Rock. Was für eine Überraschung. Auch hier ein kurzer überraschter Plausch, der Mann neben mir “ja wie ? ihr kennt euch ?”. Er war glaube ich ebenso erstaunt wie ich als ich es noch nicht ganz realisiert hatte.

Nur wenige Minuten später hielt der Wagen von Nico und Sabine oben an der Dirt Road. Die beiden hatten Kati bereits weiter nördlich auf der CCR getroffen. Na, das musste doch echt mal ein Gruppenfoto geben, bei so viel Zufall. Ein besseres GEsicht hätte ich ja mal machen können, aber meine Laune ließ das gerade nicht so recht zu.

Gruppenfoto auf dem Parkplatz
Gruppenfoto auf dem Parkplatz
...leicht schlechte Laune :-)
…leicht schlechte Laune 🙂

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Lower Hackberry Canyon

Für mich ging es dann weiter. Sabine und Nico wollte auf der CCR noch weitere Fotos und Videos machen und anschließend zum Alstom Point am Lake Powell fahren. Die beiden hatten noch eine Menge vor sich. Für mich war es dagegen eher der Option-Hike Tag. Kleinere kurze Wanderungen und eine tolle Fahrt auf der CCR. 10.3 Meilen fuhr ich die CCR hinunter und hielt dann am Parkplatz zum Lower Hackberry Canyon.

Diese Canyon wollte ich bereits 2016 sehen, hatte mir aber in einem Schlagloch, das ich voll mitnahm, irgendwie im Rücken einen Nerv eingeklemmt und lief danach nur noch mit Schmerzen und gebückt. Es ist wohl der einfachste Hike den ich bisher in Utah gemacht habe, denn es geht nur ganz minimal im Flussbett entlang in den Canyon. Vom Parkplatz aus muss man jedoch zunächst einige Bäume und Büsche hinter sich lassen, danach läuft man ständig im Breiten Flussbett. In der Regel fließt hier nur wenig Wasser, bei Regenwetter sollte man den Canyon, wie jeden anderen Canyon auch meiden.

Im Lower Hackberry Canyon
Lower Hackberry Canyon

Der Lower Hackberry ist nicht der wahnsinns atemberaubende Canyon – aber er ist richtig schön grün mit vielen Bäumen und Pflanzen. Und an heißen Tagen bietet er eine gewisse Abkühlung da die Felswände schönen Schatten spenden. Für insgesamt 2.5 km lief in den Canyon hinein. Der Himmel zog sich währenddessen zu – dunkle Wolken machten sich breit. Einziges Manko dieses Canyons sind die vielen Rinder denen man immer großzügig aus dem Weg gehen sollte – und von denen sah ich eine ganze Menge. Kleinvieh macht auch Mist ? Ja…Kühe aber mehr. Zweites Manko: zieht hier nicht euren besten Wanderstiefel an – diese Canyon ist derart, entschuldigt den Ausdruck, “vollgeschissen”, dass man desöfteren im Zickzack durch das Wasser laufen muss um nicht auch noch in die Hinterlassenschaften der Rinde zu treten. Aber es geht – und es macht wiederum auch Spaß.

Im Lower Hackberry Canyon
Lower Hackberry Canyon

Das viele Grün der Bäume gepaart mit den Felswänden ist das beste am Hike. Man findet innerhalb der engen Passagen des Canyons immer wieder tolle Fotomotive. Nach 2.5 Km vom Parkplatz aus weitet sich der Canyon, was folglich mein Umkehrpunkt war. Den Lower Hackberry kann man aber für weiter 11 Km weiter laufen. Er hört an der Stelle nicht auf. Für mich war das zunächst genug – aber sicherlich ist dieser eher leichte Hike auch die komplette Distanz wert. Auf ca. der Mitte trifft man sogar noch ein kleines Schmankerl. Die Frank Watson Cabin, eine alte zusammengefallene Hütte erwartet einen. Biegt man kurz darauf in den Sam Pollock Canyon ab, erreicht man irgendwann den gleichnamigen Arch.

Im Lower Hackberry Canyon
Lower Hackberry Canyon

Ca. 500 Meter vom Auto entfernt fing es leicht an zu tröpfeln, ich beeilte mich dann ein wenig – grüßte noch einige Rinder die mich blöd anschauten als ich mit Respektabstand an ihnen vorbei lief – und schaute dass ich nun schnell von der CCR runter komme – denn im Regen wollte ich hier nicht auf der Piste unterwegs sein. Aber der Regen ließ schon kurze Zeit später nach und die Wolken rissen wieder ein wenig auf.

Im Lower Hackberry Canyon
Lower Hackberry Canyon – viel grün

Jeder der den Hike macht sollte sich bewusst sein dass die Schuhe danach aussehen wie sau…. so auch meine. Zum Glück konnte ich die Schuhe am Wagen wechseln. Ich war happy über den schönen Hike, wieder einen auf der Bucket List abgehakt.

Paria

Für den Rest des Tages machte ich nicht mehr viel. Den Rest der CCR fuhr ich noch hinunter bis auf die Utah I-89 und bog direkt zur Paria Contact Station ab um den Permit für übermorgen abzuholen. Danach ging es zur Paria River Ranch wo ich die nächsten Tage meine Lager aufschlagen wollte. Amy und ihre Horse Ranch kannte ich bereits vom letzten Jahr. Für Tagestouren in das Vermilion Cliffs Gebiet liegt diese Ranch einfach ideal. Den weiten Weg jeden Morgen aus Kanab (immerhin 42 Meilen bis auf die House Rock Valley Road) wollte ich mir nicht antun. Man muss dazu sagen dass es natürlich sehr spartanisch ist. Es ist kein wirklicher campground sondern eher eine große Sand und Dirt Fläche mit Feuerstellen. Dieses Jahr gab es dann sogar Campingtische und Bänke – ein wenig Luxus muss sein. Duschen und Toiletten sind sauber und völlig ausreichend.

Leider gibt es kein WLAN – und Empfang hatte ich mit dem Handy hier auch nicht. Man ist also zunächst von der Außenwelt abgeschnitten. Mit Sabine und Nico hatte ich die beiden kommenden Tage bereits zuvor abgeklärt.

Da sich Amy zunächst um die Pferde und andere Gäste mit Pferden kümmern musste (die gehen hier eindeutig vor), fuhr ich noch rasch nach Kanab um meine Vorräte ein wenig aufzufüllen. Im Honey’s Marketplace bekommt man ja auch alles was das Herz begehrt. Getränke, Chips, ein Paar Würste zum Grillen und Dies und Das kamen in den Einkaufswagen. Als ich an den vielen Hotels in Kanab vorbei fuhr kam schon ein wenig die Lust auf ein Bett auf – oder einen Pool – aber zu den Preisen die man mittlerweile auch in Kanab hinlegen muss, ist es mir das nicht wert. Sabine kann da ein Lied von singen 🙂

Gegen 16 Uhr war ich aus Paria losgefahren und war gegen 19 Uhr wieder in Paria angekommen – genau richtig um mein Zelt aufzubauen ehe es mit starken Wind anfing kräftig zu wedeln. Für den Abend machte ich es mir sehr lange am Zelt gemütlich – kochte mein Essen und genoss 2 Bierchen. Nicht all zu spät begab ich mich ins Zelt – der Wind war ziemlich nervig um draußen zu sitzen. Morgen sollte ein Highlight-Tag anstehen.

 

Mein Zelt - Paria River Ranch
Mein Zelt – Paria River Ranch
Meine Campsite - Paria River Ranch
Meine Campsite – Paria River Ranch

 


Die Daten zu diesem Tag

gefahrene MeilenEscalante Outfitters > Cottonwood Narrows
Cottonwoods Narrows > Lower Hackberry Canyon
Lower Hackberry Canyon > Paria Contact Station
Paria Contact Station > Paria River Ranch
Paria River Ranch > Kanab
Kanab > Paria River Ranch

GESAMT:
55 Meilen (88,3 Km)
10.3 Meilen (16,5 Km)
17.6 Meilen (28,3 Km)
0.9 Meilen (1,4 Km)
42.6 Meilen (68,5 Km)
42.6 Meilen (68,5 Km)

169 Meilen (271,5 Km)
gelaufene MeilenCottonwood Narrows
Lower Hackberry Canyon

GESAMT:
1.86 Meilen (3,0 Km)
3.16 Meilen (5,1 Km)

5.02 Meilen (8,1 Km)

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