14.06.2019 – Tag 1 – Die Anreise nach Vancouver

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Es war soweit. Es ging endlich los. Heute, am 14. Juni, sollte mein erster Trip ins Sehnsuchtsland Kanada starten.  Früh morgens um 06:15 Uhr klingelte der Wecker und ich machte mich bereit. Gepackt hatte ich dieses Jahr teilweise schon Wochen vorher, teilweise aber erst kurz vor Abreise. Für mich ist es mittlerweile ein gutes funktionierendes System – never change a running system. Meine Mutter fuhr mich (wie immer bisher) zum Flughafen. Das ist in der Hinsicht ganz angenehm da ich mein Auto daheim stehen lassen kann und keine Zusatzkosten für Parkhäuser zahlen muss. Meist sind nämlich auch die Flüge ab Frankfurt die preiswertesten für meine Reiseziele.

Am Fraport angekommen

Kurz vor 08:00 Uhr war ich bereits am Flughafen, checkte meine beiden Gepäckstücke am Automaten ein und begab mich relativ zügig zu den Security Checks.  5 Wochen würde ich nun erst einmal von meiner normalen Komfortzone entfernt und auf mich allein gestellt sein. Da es aber nicht das allererste Mal ist, war ich ja bereits daran gewöhnt. Bereits 2018 auf meinem Trip im Südwesten fielen mir die 4 Wochen irgendwann schwer. Ich war gespannt wie ich mit den 32 Tagen Kanada zurecht kommen würde.

Schnell und einfach ließ ich die Kontrollen hinter mir, obwohl da eine lange Schlange vor mir war. Tsja…. das erste Mal “SSSS” auf dem Boarding Pass. Ich wurde also mit einer kleinen Gruppe Leute speziell ausgewählt für die etwas “genauere” Kontrolle. Letztlich war die dann auch nicht anders als die normale, nur ein erweiteter Drogen- und Sprengstofftest wurde an meinem Handgepäck vorgenommen. Ansonsten – alles gleich. Und ich war sogar schneller. Was da nun “gründlicher” war, weiß ich heute noch nicht. Zumindest in Deutschland würde ich mir daher nie wieder Sorgen machen wenn ich nochmals ausgewählt werden sollte.

Nach den Checks folgte die Warterei. Mit einem Sandwich für satte 7.95 EUR und einer Cola machte ich es mir am Gate weitestgehend gemütlich. Leider sollte es auf dem Hinflug in Richtung Kanada zunächst eine alte Boing 747 der Lufthansa sein. Das passte mir irgendwie gar nicht, denn aus Erfahrung wusste ich dass die Sitze nicht ganz an meine Verhältnisse angepasst sind. Oder anders gesagt – Presswurstgefahr !

Das Boarding

Das Boarding erfolgte pünktlich und zu meiner Freude hatte ich einen absoluten Spitzenplatz gebucht ohne das überhaupt gemerkt zu haben. In der Sitzplatzreservierung am Vortag war nicht mehr viel frei, somit buchte ich einen der wenigen Plätze die am Fenster frei waren. Dass dieser Platz aber direkt vor einer Wand an der Boardküche war, wurde mir im Buchungsplan nicht angezeigt. Im Plan war der sitz als normale Reihe mit einer Reihe vor mir und einer Reihe hinter mir angezeigt.

Ich saß dann also sehr happy am Fenster, vor einer Wand – besser gesagt: mit viel viel Beinfreiheit. Und zu allem Glück saß niemand direkt links von mir, sondern erst am Gang ein netter Herr der die ganze Zeit des Fluges das Bedürfnis hatte mich voll zu quatschen. Wow. Platz ohne Ende. …..ja, fast. Bis auf die Armlehnen – denn die drückten stets über die ganze Dauer des Fluges gegen mein Oberschenkel. Aber ich hob die linke Armlehne zum mittleren Platz an – somit konnte ich fast auf zwei Plätzen sitzen. Man kann eben nicht alles haben, aber man kann das beste daraus machen ! Der Platz nach vorne war nice to have, aber mit meinen kurzen Beinen habe ich eh seltener Probleme.

viel Platz auf dem Hinflug
So viel Platz …. für kurze Beine

Zwischen Bubu und Essen und zurück

Gut geschlafen hatte ich in der vergangenen Nacht nicht. Die Aufregung war wie immer präsent. Schon beim Warten am Gate hätte ich glatt wieder einnicken können. Kaum 20 Minuten in der Luft merkte ich dass ich den Kopf schon nicht mehr aufrecht halten konnte und stets kurz davor war einzuschlafen. Und so kam es dass ich von der Flugzeit von knapp 10 Stunden nur rund 2.5 Stunden mitbekam. Den Rest der Fluges konnte ich wunderbar schlafen und ließ mich nur zu den Mahlzeiten wecken. Ich will gar nicht wissen wie sehr ich im Flieger am schnarchen war 🙂 Einige Male wurde ich aber zwischendurch wach und machte Fotos, so z. B. mit dem Smartphone direkt über den Rocky Mountains.

Über den Rocky Mountains
Über den Rocky Mountains I
Über den Rocky Mountains
Über den Rocky Mountains II
Über den Rocky Mountains
Über den Rocky Mountains III – wow, noch reichlich Schnee !

Da ich keinen Direktflug bezahlen wollte, musste ich in Seattle kurz umsteigen. Gegen 12:15 Uhr landete die 747 in Seattle Tacoma. Der Anflug über Downtown war richtig cool. Wir flogen direkt am CenturyLink Field der Seattle Seahawks vorbei. Geil anzuschauen, selbst als Fan der New England Patriots. Leider war das Wetter nicht ganz so ideal für ein gutes Foto.

Im Anflug auf Seattle
Da unten ist es. CenturyLink Field.

Ich hatte nun rund 3 Stunden Zeit für die Immigration, Koffer vom Band holen, Koffer aufgeben und zum Zeitvertreib am Gate. Zu meinen Erstaunen hatte ich das erste Mal Pech mit der Immigration in den USA. Noch nie habe ich so lange anstehen müssen. Da ich mit meinem neuen ESTA noch nicht in die USA eingereist war, konnte ich nicht “skip the line” machen und an der Schlange vorbei gehen um die Immigration schnell am Automaten zu erledigen. Eine geschlagene volle Stunde stand ich mit unzähligen anderen Reisenden im herrlichen USA-typischen Warteschlangenwirrwarr ….Amis lieben das einfach ! 

Nach nur 3 Minuten mit dem freundlichen Grenzschutzbeamten war ich endlich “drin” und konnte am Baggage Drop meine beiden Gepäckstücke einsammeln und diese ein Stück weiter wieder für die Connection Flights abgeben. 

Von Seattle nach Vancouver

Der kleine Flieger der Air Canada sollte mich nun von Seattle ab 15:25 Uhr mit einem nicht mal 50 minütigen Flug nach Vancouver bringen….. das könnte man ja auch fast laufen …. Dass wir aber leider noch fast 35 Minuten auf dem Rollfeld standen und keine Starterlaubnis bekamen verzögerte alles ein wenig.

Hoch über Seattle
Mount Rainier in der Ferne

Etwas mulmig war mir die Vorstellung mit einer Propeller Bombardier Dash 8-301 zu fliegen. Ein recht schmaler, kleiner und eher sporadisch ausgestatteter Kurzstreckenflieger. Doch das Unbehagen war schnell weg – es war zwar nicht viel Platz im Flugzeug, aber ich fühlte mich sicher. Um 16:45 Uhr landeten wir schließlich in Vancouver. Von oben hatte man während des Fluges schon eine tolle Aussicht ab Seattle bis hinaus zu den Cascade Mountains (Mount Rainier) und am Ende auch einen tollen Überblick über Vancouver. Ich war nun endlich da. Ratet mal, was NICHT da war….

Im Anflug auf Vancouver
Im Anflug auf Vancouver

Richtig. Meine Koffer. So langsam beginne ich ein wenig zu verzweifeln. Seit 2017 habe ich, was die Koffer angeht, nur noch Pech. Der freundliche Herr an der Reklamation machte mir aber Mut, denn die Koffer sind lediglich in Seattle geblieben und die nächste Maschine käme um 20 Uhr. Ich schrieb also meine vollständigen Daten inkl. der Adresse meines Hotels auf ein Formular und bat darum die Koffer dort hin liefern zu lassen. Ich war nach den gelassenen und beruhigenden Worte des Herrn ziemlich beruhigt. Er meinte schließlich “das haben wir hier fast jeden Tag wenn Reisende von Seattle aus einfliegen, keine Panik”.

Vancouver International Airport
Vancouver International Airport

Vancouver: Zum Hotel und ein kurzes Abendessen

Nur mit dem Rucksack bewaffnet machte ich mich auf zur Shuttle Bus Station direkt vor dem Terminal. Dass ich dort knapp 40 Minuten auf DEN Bus warten musste, der mich zum richtigen Hotel bringen sollte, machte mich in Kombination mit den fehlenden Koffern etwas grantig. Nach 10 Minuten Fahrt war ich aber zum Glück schon an meinem Hotel (Accent Inns Vancouver Airport), checkte ein und schmiss mich erstmal für einige Minuten auf das Bett. 

Um 19 Uhr schaute ich auf Google wo ich etwas zu Essen bekommen könnte. Auf McDonalds oder andere FastFood Optionen hatte ich nicht wirklich Lust. Ich entschied mich zum Nachbar-Hotel zu laufen und im dortigen Shark Club Sports Bar & Grill etwas zu essen. American Food (ok, Canadian Food 🙂 ) und Sports….das ist doch eine schöne Kombi. Hot Chicken Wings mit Pommes und Dr. Pepper. Das war echt gut ! … Im TV liefen erst Ausschnitte von Baseball Spielen (#gähn), danach kam Canadian Football. Das ist schon eine Ecke anders als beim großen amerikanischen Bruder in der NFL. Ich genoss den Abend, das Essen und die Sportunterhaltung. Dass Essen war dann erst einmal eine der letzten guten Mahlzeiten für die nächsten Wochen. Aber Morgen wird ein anderer Wind wehen…. 

Ich war müde und ging nach dem Essen auf mein Zimmer, surfte noch ein wenig am Smartphone und schlief aber auch bei Zeiten ein. 

KANADA – HERE I AM

 

 

 

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